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Steckbrief

Haustyp: Gewerbegrundstück – ehemaliges Speditionsgelände

Anzahl der Geschosse: ein Geschoss + Keller

Anzahl der Räume (privat und gemeinschaftlich): 33 Bauwagen sowie ein Gemeinschaftshaus mit Keller

Grundstücksfläche: 6150 m2

Bebaute Fläche: Gemeinschaftshaus ca. 800 m2

Anzahl der Bewohner*innen: 20 + 1 Kind und 4 Kinder, die zeitweise dort wohnen

Nutzung: Arbeit, Wohnen & Veranstaltungsort

Über das Kollektiv

Das Theaterkollektiv wohnt, lebt und arbeitet inmitten eines Industriegebiets im Frankfurter Osten. Südlich wird das Gelände unmittelbar von Bahngleisen begrenzt, nördlich ist es von verschiedenen Gewerbebetrieben eingerahmt. Die Umgebung ist von einer industriellen Geräuschkulisse geprägt – Motoren und Maschinen dominieren die Atmosphäre. Menschen trifft man hier kaum. Das ändert sich allerdings, sobald sich das große kreativ gestaltete Tor zum Kollektiv öffnet. Links begrüßt ein „Welcome“-Schild Besucher*innen, daneben weist ein Pfeil den Weg zur „Show“. Auf der rechten Seite steht ein kleines Empfangshäuschen mit Klamotten, Büchern und Geschirr.

Auf etwa 6150 m2 leben rund 25 Menschen zwischen 1 und 69 Jahren zusammen. Auf dem Gelände wird gearbeitet, geprobt, organisiert, gelebt und gewohnt: Im Zentrum befindet sich ein großes Gemeinschaftshaus mit Büros, Küche, Wohn- und Essbereich sowie einem begehbaren Kühlschrank. Hier wird alles geteilt. Angrenzend liegen der Proberaum und eine Lagerhalle für Bühnenmaterial und Requisiten. Im Kellerbereich des Hauses befinden sich Ateliers, Werkstätten und Studios für Musik, Kostüme, der Theaterfundus und Lagerfläche für das technische Material und die Ausstattung der Theaterproduktionen. Auf dem Gelände, das als Probe- und Auftrittsfläche für große Outdoor Theaterproduktionen genutzt wird, stehen im hinteren Teil zwischen kleinen Bäumen und Sträuchern individuell gestaltete Bauwagen, die als privater Rückzugsort dienen. Sie sind teilweise in kleinen Clustern angeordnet und es entstehen gemeinschaftlich genutzte „Vorgärten“. Hier wirkt der Ort plötzlich sehr grün. Man erreicht die Bauwagen oft nur durch kleine Trampelpfade. Folgt man den kleinen Wegen, entdeckt man immer wieder neues: weitere Bauwagen, eine Baumdusche, die Gemeinschaftssauna, Baumhäuser oder den runden Platz mit der Feuerstelle.

Zur Idee & zur Entstehung

Entstanden ist das Kollektiv vor über 36 Jahren aus der Idee, ein Theater für alle zu schaffen und dabei „Theater auf der Basis von Community als Lebensarbeitsprojekt zu verstehen“. Das gemeinsame Leben ist für den Gründer ein Teil des künstlerischen Konzepts: „auf der Bühne soll auch aus den Prozessen im Zusammenleben erzählt werden“. Das Kollektiv macht Theater im öffentlichen Raum, um Menschen an den Orten anzutreffen, wo sie leben, um möglichst viele finanzielle, kulturelle und infrastrukturelle Barrieren zu vermeiden. Die Stücke funktionieren dabei häufig nonverbal. Im Alltag werden auf dem Gelände vor allem Englisch, Spanisch und Deutsch gesprochen. Die gemeinsamen Besprechungen finden auf Englisch statt. Das ergibt sich aus der aktuellen Konstellation an Menschen, die hier leben.

Beckmann/Brandt/Hailer/HCU 2026 – Lizenz: CC BY-NC-SA

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Über Grenzen 1

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Mental Maps

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Über Grenzen 2

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Über Grenzen 3

Über Grenzen

Hier im Kollektiv wird täglich das Essen geteilt, das Büro wird geteilt, Duschen werden geteilt, die „Vorgärten“, Fahrräder und Autos werden geteilt, der Arbeitsplatz wird geteilt, selbst der Arbeitsweg wird geteilt. Die Gruppe versteht sich als basisdemokratisch und teilt die gemeinsamen Ressourcen. Dabei werden konventionelle Grenzen und Vorstellungen über Leben, Wohnen und A…

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Mental Maps als Methode

Mental Maps sind Informations-, Interpretations- und Analyseinstrumente, die es ermöglichen, „die Wahrnehmung des Raumes durch die Akteure selbst zu verfolgen“ (Wildner/Tamayo 2004: 105) und eine Art subjektive Visualisierung des erlebten Raumes darzustellen.
Wissenschaftlicher Ausgangspunkt dessen ist die Annahme, dass ein „wechselseitiger Zusammenhang zwischen dem Verhalten …

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