Experiment: Wohnen im Büro

Gebäudefunktion: Gebäude für Handel und Dienstleistungen
Ort: Alter Fischmarkt, Ecke Große Reichenstraße, 20457 Hamburg - Altstadt
Baujahr: ca. 1962
Geschosse insgesamt: 5

Format: Experimentelles Wohnprojekt / Selbstversuch
Geschoss: 2. OG
Bewohnte Fläche: 150 m2
Räume: 5 Zimmer, 1 Gemeinschaftsraum mit Wohnküche, 1 Badezimmer mit 1 Dusche und 2 Toiletten
Wohneinheiten: 1, Wohngemeinschaft
Beteiligte Personen: 16 Studierende der HCU Hamburg, Kollektiv "vonwegenleer"
Zeitraum: Juni - Juli 2025

In einem ehemaligen Bürogebäude mitten in Hamburg ziehen acht Studierende gemeinsam ein. Zwei Gruppen a acht Personen leben jeweils zwei Wochen lang gemeinschaftlich in den umgenutzten Räumen. Danach wird getauscht. Nur ein Einzelzimmer bleibt konstant in Bewegung: Jede Woche zieht dort jemand Neues ein.

Studierende der Hafencity Universität Hamburg erforschen in einem Reallabor im Rahmen des Entwurfskurses „Wohnen Radikal Experimentell“ betreut von Prof. Dr. Sabine Hansmann, wie sich gemeinschaftliches Wohnen im Büro auf Zeit gestaltet. Innerhalb von drei Wochen setzten die Studierenden auf Grundlage ihrer zuvor entwickelten Entwürfe gemeinsam die temporäre Zwischennutzung einer gesamten Büroetage um – von der konzeptionellen Raumplanung, über Möbelbau bis zur praktischen Auseinandersetzung mit bürospezifischen Herausforderungen wie ungünstiger Belichtung oder einer fehlenden Koch- und Duschmöglichkeit. Die Studierenden kommen aus unterschiedlichen Kontexten, Studienrichtungen und Städten - einige kannten sich vorher nicht.

Jetzt teilen sie sich Küche, Bad, Flur und Alltag. Es ist keine klassische WG. Für einen Monat wollen die Studierenden hier leben, um zu erforschen, was es bedeutet sich räumlich, materiell, sozial und politisch Büroräume anzueignen und weitere Herausforderungen und Potentiale von Büroleerstand zu ermitteln. Es ist ein Versuch. Die Räume, die sie bewohnen, tragen die Spuren der frühen Büros: Abgehängte Decken, Leuchtstoffröhren und Kabelkanäle entlang der Wände erinnern auch jetzt noch an die ehemalige Nutzung. Doch nun stehen dort Betten, Kleiderregale und Pflanzen. Manche wohnen in kleinen Einzelräumen, andere teilen sich größere Flächen, durch Vorhänge oder Regale gegliedert. Aus Konferenzzimmern wurden Rückzugsorte, aus kleinen Büros ein großer Gemeinschaftsraum, aus dem Flur Begegnungszone.

Das Projekt findet als eines von 22 Pilotprojekten im Hamburger Programm „Verborgene Potenziale – Gemeinschaftliche Entwicklung der Nutzungsvielfalt für eine lebendige und resiliente Hamburger Innenstadt“ statt und wird gefördert mit Mitteln aus dem Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Das Kollektiv vonwegenleer initiierte das Projekt und begleitet seine Umsetzung in enger Kooperation.

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