Kollektiv im Garten

Nutzung bebaute Fläche: Wohngemeinschaft
Grundstück: 11.330 m²
Bebaute Fläche: 516 m²
davon genutzt (Villa) : 238 m²
davon ungenutzt (ehemalige Scheune) : 278 m²
Geschosse Villa: 2 + Keller
Bewohner:innen: 15
Besitzverhältnisse: Miete (SAGA)
Anzahl Zimmer: 11
Anzahl Gemeinschaftsräume: 2
Nutzung der unbebauten Fläche: Gemüseanbau für den Eigenbedarf, Saunieren, Hühnerhaltung, Sitz- und Liegeplätze, Grillen, Holzwerkplatz, Wohnmobile, Jurte, Essen, Kartenspielen, Lesen, Kinderspielgeräte, etc.

Zur Wohngemeinschaft
Die Wohngemeinschaft am Moorburger Elbdeich liegt im Süden Hamburgs, inmitten einer einzigartigen, ländlich geprägten Umgebung. Moorburg selbst ist ein kleiner, abgeschiedener Stadtteil, umgeben von Obstwiesen, Wasserläufen und altem Baumbestand. Die historische Villa steht direkt am Elbdeich, eingerahmt von einem großzügigen, etwa ein Hektar großem Gartengrundstück. Eine aufgelockerte Bebauung mit Einfamilienhäusern, ehemaligen Bauernhöfen und teils verlassene oder umgebaute Wirtschaftsgebäude prägt das Bild. Moorburg ist Teil des Hafenerweiterungsgebiets, das Wohnen ist über die „2035-Klausel“ zeitlich begrenzt, Neubauten sind durch den geltenden Bebauungsplan ausgeschlossen.
Die Wohngemeinschaft in der alten Villa entstand im Jahr 2021, als sich eine Gruppe junger Menschen, teilweise Freunde aus vorherigen WGs, teilweise durch gemeinsame Bekannte vernetzt, entschied, gemeinsam aufs Land zu ziehen. Die Sehnsucht nach Natur, Ruhe und einem gemeinschaftlich organisierten Lebensraum führte sie nach Moorburg. Zuvor lebten einige von ihnen in städtischen WGs in Wilhelmsburg oder Altona. Das Haus, ursprünglich ein Reiterhof aus dem Jahr 1904, wurde von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft SAGA angeboten, jedoch längere Zeit nicht vermietet, bis sich diese Gruppe formierte. Die Wohngemeinschaft bestand zu Beginn aus elf Personen, darunter Singles, Paare und eine Familie. Seit einem Umbruch im Winter umfasst die Gruppe nun sieben Menschen – drei Frauen und drei Männer zwischen 25 und 33 Jahren sowie ein Kleinkind. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Zweck-WG, sondern um eine vielfältige, solidarische Gemeinschaft, welche großen Wert auf gegenseitige Rücksichtnahme, geteilte Aufgaben und soziale Verantwortung legt. In der Anfangszeit war das gemeinschaftliche Leben intensiv: Gemeinsames Kochen, Spielen, Gärtnern und der Ausbau des Gartens bestimmten den Alltag. Inzwischen ist das gemeinsame Tun etwas zurückgegangen, da viele Vollzeit arbeiten und abends eher zur Ruhe kommen möchten. Dennoch sind das Bewusstsein für Gemeinschaft und ein offener Austausch weiter zentral für das Wohnverständnis der Gruppe.

Zur Villa und dem Garten
Die Villa bietet auf über 320 m² Wohnfläche Platz für sieben großzügige Zimmer sowie Gemeinschaftsräume wie Küche, Bäder und Wohnzimmer. Die Räume zeichnen sich durch hohe Decken, Holzfußböden und große Fenster aus, die viel Licht hereinlassen. Historische Elemente wie Fischgrätenparkett, Doppelflügeltüren und fein gearbeitete Geländer verleihen dem Haus einen charmanten Altbaucharakter. Der Zustand ist gepflegt, vieles wurde jedoch auch in Eigenleistung renoviert oder instand gehalten. Der Garten ist das Herzstück und der Rückzugsort zugleich. Zwischen Obstbäumen, Hochbeeten und Beerensträuchern gibt es Sitzplätze, Rückzugsorte, Schaukeln, ein Kinderspielhaus, eine Grillstelle, ein Gewächshaus, eine Feuerstelle und eine selbstgebaute Sauna. Das Wohnangebot wird auf dem hinteren Grundstücksbereich im Garten durch einen bewohnten Bus, eine Jurte und zwei Wohnwägen auf dem hinteren Grundstücksbereich ergänzt. Hier leben Menschen, die zuvor auf dem benachbarten Wohnwagenplatz untergekommen waren, Bekannte oder zuvor in der Villa gewohnt hatten.

Luise Blank / Suraya Reithmeier / Mia Salveter / Fenja Zufall

Moorburgszukunft und die 2035 Klausel

In Moorburg leben die meisten Menschen zur Miete in Häusern der SAGA, nachdem der
Stadtteil in den 1980er-Jahren von der Stadt enteignet wurde. Neubauten sind nicht erlaubt,
da das Gebiet offiziell zum Hafenerweiterungsbereich zählt und im entsprechenden
Bebauungsplan festgelegt ist. Die Mietverträge sind befristet – oft bis 2035 – was für viele
Bewohner:innen eine unsichere Pe…

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Solidarisches Mietprinzip

Die finanzielle Organisation der Villa basiert auf einem solidarischen Mietprinzip. Jeder zahlt
zwischen 400 und 850 Euro, abhängig davon, wie viel er oder sie zur Gemeinschaft beitragen
kann – sei es finanziell oder durch praktische Arbeit. Reproduktionsarbeit, wie Kochen,
Einkaufen oder Putzen, wird dabei gleichwertig zur Erwerbsarbeit betrachtet. Wer beruflich
stark eingespa…

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