Wohnprojekt 13

Eigentümer: Wohnungsbaugenossenschaft Schanze e.G.
Nutzung: Wohnen
Realisierung: 2003
Wohnungen: 18 Wohneinheiten
Größe: ca. 1.452 qm
Bauweise: Passivhaus

Quelle: Stattbau-Hamburg, Wohnprojekt 13, Interviews mit Bewohner*innen

Gute Nachbarschaft

Das Wohnprojekt 13 ist ein genossenschaftliches Wohnprojekt in Hamburg-Eimsbüttel, in dem die Bewohner:innen seit 2003 gemeinschaftlich leben und das Gebäude kontinuierlich an ihre Bedürfnisse anpassen. Das zentrale Ziel des Projekts ist es, ein stabiles und unterstützendes soziales Umfeld zu schaffen, in dem Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen dauerhaft zusammenleben können. Diese Idee ist eng mit der baulichen Gestaltung des Gebäudes verbunden. Die offenen Laubengänge sind bewusst so angelegt, dass sie spontane Begegnungen im Alltag ermöglichen. Gleichzeitig dient ein zentraler Gemeinschaftsraum als Treffpunkt für die Bewohner:innen sowie für verschiedene Initiativen aus dem umliegenden Quartier. Die Grundhaltung der Gemeinschaft fasst Bewohner R., eines der Gründungsmitglieder, treffend zusammen: „Wir wollen einfach als gute Nachbarn zusammenleben.“

Ein echtes Zuhause

Was das Wohnprojekt 13 zu einem echten Zuhause macht, ist das Zusammenspiel aus räumlicher Gestaltung und einer selbstverwalteten Organisationsstruktur. Dadurch können die Bewohner:innen ihr Wohnumfeld aktiv mitgestalten und an ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen. Die genossenschaftliche Struktur bietet dabei ein hohes Maß an Sicherheit. Wer einmal eingezogen ist, muss sich grundsätzlich keine Sorgen machen, den eigenen Wohnraum wieder zu verlieren. Gleichzeitig versucht die Gemeinschaft, flexibel auf Veränderungen in den Lebenssituationen ihrer Bewohner:innen zu reagieren. Auf etwaige Fehlbelegungen wird mit einem Wohnungstausch innerhalb des Gebäudes reagiert.

So ist im Laufe der Jahre eine ausgeprägt generationenübergreifende Gemeinschaft entstanden, in der Menschen in sehr unterschiedlichen Lebensphasen zusammenleben.
Die Bewohner:innen kennen sich, begegnen sich auf den Laubengängen, helfen beim Tragen von Einkäufen oder gießen gegenseitig die Pflanzen, wenn jemand verreist ist. Gemeinschaft bedeutet dabei nicht, dass alle ständig alles gemeinsam machen müssen. Vielmehr bedeutet sie, zu wissen, dass jemand da ist, wenn Unterstützung gebraucht wird.

Gemeinschaft bedeutet Arbeit

Eine solche Gemeinschaft entsteht jedoch nicht von selbst, sondern erfordert kontinuierliche gemeinsame Arbeit. Die alltägliche Selbstorganisation verlangt viel Koordination und offene Kommunikation und kann für die Bewohner*innen zeitweise auch herausfordernd sein. Die Gemeinschaft organisiert sich unter anderem über ein Hausplenum, das alle zwei Wochen stattfindet und in dem gemeinsame Entscheidungen getroffen werden. Die Beteiligung daran schwankt je nach Zeit und Lebenssituation der Bewohner*innen. Besprochen werden beispielsweise die Instandhaltung des Gebäudes, anstehende Reparaturen, Veranstaltungen sowie die zukünftige Entwicklung des Wohnprojekts.

Darüber hinaus gibt es etwa zwanzig Arbeitsgruppen, die sich mit unterschiedlichen Aufgaben beschäftigen, etwa Gartenpflege, Finanzen oder Gebäudemanagement. Von den Bewohner*innen wird gewünscht, dass sie sich in mindestens einer dieser Gruppen engagieren. Dabei kann jede Person entsprechend der eigenen Interessen, Kenntnisse und verfügbaren Zeit einen Beitrag leisten. Durch diese Form der Selbstverwaltung wird das Gebäude zu einem gemeinsamen Projekt, das kontinuierlich ausgehandelt, gestaltet und weiterentwickelt wird. Die vielen Vorteile des gemeinschaftlichen Wohnens sind damit unmittelbar mit gemeinsamer Arbeit verbunden. Gleichzeitig müssen die Bewohner*innen lernen, ihre eigenen Kapazitäten einzuschätzen und sich bei Bedarf auch einmal zurückzunehmen.

Orte der Begegnung

Die gemeinschaftlich genutzten Räume spielen eine zentrale Rolle im Alltag des Wohnprojekts. Der Gemeinschaftsraum und der Garten bieten Platz für organisierte Aktivitäten, Feiern, Besprechungen und informelle Treffen. Gleichzeitig funktionieren auch die Flure und insbesondere die außenliegenden Laubengänge als wichtige soziale Räume. Sie sind mehr als reine Erschließungsflächen zwischen den Wohnungen. Bewohner*innen begegnen sich dort, bleiben für Gespräche stehen, sitzen vor ihren Wohnungen und nehmen am alltäglichen Leben im Gebäude teil. Die unterschiedlichen gemeinschaftlichen Räume schaffen sowohl Möglichkeiten für geplante als auch für spontane Begegnungen. Die Architektur unterstützt dadurch soziale Interaktion, ohne eine ständige Teilnahme am Gemeinschaftsleben vorauszusetzen. So entwickelt sich das Gebäude von einer Ansammlung einzelner Wohnungen zu einer miteinander verbundenen Wohngemeinschaft.

*Quelle: Interviews mit Bewohner*innen

Behrendt / Meinhardt / Nguyen / HCU 2026 – Lizenz: CC BY-NC-SA

Die Laubengänge dienen als Gemeinschaftsflächen. sind von allen erreichbar und bieten neben den eigentlichen Wohnungen weiteren Raum für Erholung.

Bewohner:in A

Ein Gründungsmitglied

Langfristiges Engagement

Bewohner:in A gehört zur ursprünglichen Kerngruppe des Wohnprojekts 13 und steht für die starke Wohnkontinuität innerhalb des Projekts. Seine/ihre Sichtweise ist geprägt von langjähriger Erfahrung, einer engen Verbundenheit mit der Gemeinschaft und der Absicht, dauerhaft im Wohnprojekt zu bleiben.

Die Wohnbiografie der Bewoh…

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Bewohner:in B

Das junge Paar

Einzug ins Wohnprojekt

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