Nutzung: Wohnen
Haus: Reihenhaus, Baujahr ca. 1960
Geschosse: 2 + Keller
Wohnfläche: ca. 140 m² + 70m² Keller
Bewohnende: 7
Wohnform: Funktionale Wohngemeinschaft
Zimmer: Küche, Bad (2), Wohnzimmer mit Esszimmer, Arbeitszimmer, Schlafzimmer, 1 privates Schlafzimmer, Ankleideraum, Ruheraum, Werkraum, Wäscheraum, Fahrradgarage/Lager
Die „Funktionale Wohngemeinschaft“ (FuWo) bezieht ein Reihenhaus, welches in den 1960ern für die klassische Kernfamilie gebaut wurde. In einer FuWo teilen sich die sieben Bewohnenden fast alles; von Räumlichkeiten, über Kleidung, Lebensmittel bis zu den Emotionen. In einer „Ego-Box“ können sie dennoch persönliche Gegenstände bewahren. Das Wohnen wird aktiv und gemeinschaftlich gestaltet. In ihren Bauwochenenden passen sie das Haus an ihre Bedürfnisse an und im regelmäßigen Plenum gestalten sie ihr Zusammenleben. Dabei kann es um Ideen, Bedürfnisse oder Vereinbarungen gehen.
Das Reihenhaus ist wie ein klassisches Einfamilienhaus aufgebaut in der Zimmeraufteilung und der -struktur. Zwischendurch wurde das Haus zur Vermietung in zwei Wohnungen geteilt, wobei eine Küche im OG eingebaut wurde. Die FuWo hat mit Absprache mit der Vermietung die Trennung und die Küche wieder zurückgebaut. Im Keller befinden sich ein Werkraum, Ein Wäscheraum und eine Fahrradgarage. Im Erdgeschoss befinden sich die Küche, Ess- und Wohnzimmer, Arbeitszimmer und ein kleines Bad. Im Obergeschoss ist das Schlafzimmer, der Ankleideraum, über welchen der Ruheraum zugänglich ist, ein weiteres Bad und ein Privatzimmer. Außerdem gibt es einen Garten. Im gesamten Haushalt sind gemeinsame Projekte vorfindbar – ob es die Sauna im Garten, verschiedene Bepflanzungen, Dekorationen von vergangenen Events oder ein selbst gebauter Kleiderschrank ist.
Während der Auseinandersetzung mit der FuWo sind zwei Themen besonders aufgefallen. Erstens interessierte uns die Umnutzung und Aneignung der bereits gebauten Räume und den Intentionen. Zweitens zeigte sich ein Verschub der räumlichen Form und Bedeutung von Privatsphäre. Die Studie über diese Themen an dem Fallbeispiel können sowohl als Referenz für das Umdenken vom Wohnen in einem größeren Kontext dienen, als auch als Beispielprojekt für zukünftige in alternativen Wohnprojekten.
"Privater Raum als Raum der Entfaltung von Intimität und Individualität wie als vor fremden Blicken geschützter Raum verlangt eine Binnendifferenzierung der Wohnräume" - Hartmut Häußermann 2000
Eine Frage, die die Funktionale Wohngemeinschaft (FuWo) an potenzielle neue Mitbewohner*innen stellt ist: „Was bedeutet für dich Privatsphäre?“ In der FuWo ist das Bewusstsein für…
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"Die materiellen und symbolischen Arrangements des modernen Wohnens separieren dagegen Funktionen und Personen in spezialisierten Räumen für Essenszubereitung, Essen, Sich-Lieben, Schlafen, Sich-Waschen, Sich-Entleeren, miteinander Sprechen; Eltern und Kinder, Sohn und Tochter, Mann und Frau." - Häußermann und Siebel 1996
Das Haus der Funktionale Wohngemeinschaft (FuWo) wurd…
Continue reading...Während des Feudalismus fanden Wohnen und Arbeiten am selben Ort statt. Es war eine Arbeits- und Wohngemeinschaft (Häußermann und Siebel 1996). Gegen Abgaben haben Bauernfamilien im Ganzen Haus gelebt, wo sie das Stück Land, das sie von den Feudalherren liehen, bewirtschafteten. Dieses Verhältnis des Leihens wurde nach der Zeit des Feudalismus durch Privatbesitz ersetzt. Land u…
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